Woodwalk Januar

Schneller als gedacht war es nun so weit und die erste Waldübernachtung stand an. Vor allem die totale Mondfinsternis samt Blutmond bei bester Sicht lockte mich in den Wald. Generell lässt sich der nächtliche Sternenhimmel am besten von Orten beobachten, wo wenig bis kein Restlicht auftritt. Was liegt da also näher, als den Rucksack zu packen und in den Wald zu gehen. Von meinem Schlafplatz zur nächsten Glühbirne dürften es dann auch etwa 10 Kilometer gewesen sein, besser geht es kaum.

Für die Nacht war laut Wetterbericht mit Tiefstwerten bis zu minus 14 Grad zu rechnen, von daher ist eine Übernachtung im Wald ohne die nötige Ausrüstung und Erfahrung eine risikoreiche Sache und nicht zur Nachahmung empfohlen.

die Natur ruft…

Auf einer großen Lichtung beschloss ich mein kleines Lager für die Nacht einzurichten. Viel Zeit nahm das nicht in Anspruch. Isomatte und Schlafsack auspacken, Thermohose, Jacke, zwei Mützen, dicke Fäustlinge und ein paar Wollsocken anziehen – fertig. Gemütlich an eine hundertfünzig Jahre alte Eiche gelehnt, wartete ich nun auf den Mond, der auch nicht lange auf sich warten ließ. Dick und rund schob er sich bald über den Rand der sich dunkel abzeichnenden Fichtenkronen im Osten und wanderte von dort langsam über den Nachthimmel.

volle Sicht auf vollen Mond

Da es im Winter früh dunkel wird, hatte ich wirklich sehr viel Zeit die Natur zu beobachten, mich mit Schwarzbrot und Ahler Worscht zu stärken und einen heißen Met aus meiner Thermoskanne zu genießen, der immer wieder angenehm von innen wärmte. Ein paar Waldkäuze ließen gelegentlich ihre lockenden Rufe durch den Wald erschallen, in weiter Ferne hörte ich einmal Fuchsgeschrei, ansonsten war es still. Keine Autos. Keine Menschen. Keine Tiere. Ruhe. Alleinsein. Genau das ist es, was ein Mensch mit Waldweh sucht. Hier findet. Und genießt.

Naturschaupiel

Ganz früh am Morgen, noch im reifbedeckten Schlafsack liegend, konnte ich dann das beeindruckende Mondschauspiel der totalen Mondfinsternis mit gleichzeitigem Blutmond beobachten, ehe ich meine warme Lagerstätte abbauen und den Wald wieder verlassen musste.

Aber eines ist sicher – ich komme wieder!

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