Den Wald vor lauter Bäumen…

Ein altes Sprichwort des Volksmundes behauptet, dass man gerne den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Dem kann ich nur beipflichten, richten wir doch unser Augenmerk viel zu oft nur auf die großen Dinge des Waldes. Natürlich sind die hoch gewachsenen, alten und knorrigen Eichen oder Buchen im Reinhardswald absolut beeindruckend und ziehen sogleich die staunenden Blicke der Wanderer auf sich, doch gibt es in ihrem Schatten noch eine ganz andere Waldwelt zu entdecken, die genauso zum Wald dazugehört wie Bäume, Rehe und Füchse.

Um den Wald in seiner Ganzheit zu erfahren, muss man seine Sinne aber auch mal von den großen auf die kleinen Dinge richten. Gut getarnte Waldbewohner versuchen etwa, von allen Blicken unentdeckt, ihr Futter zu finden. Insekten wie Käfer und Spinnen leben oft hinter toter Rinde versteckt, unter Steinen oder verborgen im Unterholz und es bedarf mitunter auch eines wirklich  guten Auges, um die Singvögel irgendwo in den Zweigen und Büschen zu entdecken.

Das nicht sofort Offensichtliche aber hat gerade deswegen seinen ganz eigenen, besonderen Reiz. Wir können wie Forscher auf Reise gehen und zu jeder Zeit immer wieder neue Lebensgemeinschaften und Naturwunder im Microkosmos des Waldes bestaunen. Probiert es mal aus, nehmt eine Hand voll Erde unter die Lupe, sucht mit dem Fernglas in den Baumkronen oder beobachtet einen Waldspinne bei ihrer kunstvollen Webarbeit. Insektentänze, Vogelbalz, Tierlosungen, Waldgeräusche oder einfach nur der frische Waldgeruch –  nur alles zusammen ist Wald. Ja – und die Bäume gehören natürlich auch dazu.

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